Biomüll

Waltraud Galaske / Josef Metzger                                 

Die bayerische Statistik zum Biomüll liegt nun für das Jahr 2015 vor.
Die Situation gegenüber dem Jahr 2014 hat sich sogar geringfügig verschlechert. Von den 86 bayerischen Gebietskörperschaften sind nur einige exemplarisch erwähnt. Es folgt eine Tabelle von schlechten Beispielen, mit der Angabe der Mengen als Verbesserungspotential. Dabei wird nur der durchschnittliche bayerische Wert als Maßstab angesetzt. Es sind auch zwei gute Beispiele erwähnt, die weit über den Durchschnittswerten liegen.

Bayerische Durchschnittswerte:

Biomüll  70,0 kg/EW Jahr
Grüngut  91,6 kg/EW Jahr
Summe
Biomüll und Grüngut
145,3 kg/EW Jahr. 

Zusätzlich mögliche Mengen:
Es handelt es sich um die Differenz zu den durchschnittlichen Werten, hochgerechnet auf die Einwohner (EW) und in Tonnen (t) in der entsprechenden Gebietskörperschaft. Das ist aus unserer Sicht noch sehr niedrig angesetzt. Sie könnte noch höher ausfallen, wenn man sich ein ambitionierteres Ziel stecken würde.

Unten in der Tabelle sind für die dort erwähnten zusätzlich möglichen Bioabfallmengen (118.234 t)  z.B. vier Biogasanlagen mit jeweils einem Jahresdurchsatz von 30.000 t möglich. Beim Grüngut (161.057 t) sind je nach Struktur des Materials mehrere Kompostierungs- oder Vergärunganlagen anzusetzen.
Damit könnten die Müllverbrennungsanlagen um  ca. 280.000 t entlastet werden und durch umweltfreundlichere und kostengünstigere Methoden ersetzt werden. Bei der Biomüllvergärung kann zudem noch Strom, Wärme und Kompost gewonnen werden.

Farb-Erläuterung:
Schlechte Beispiele gelb
Gute Beispiele        grün

Tabelle: Biomüllmengen im Jahr 2015          mit möglicher Steigerung

Kommune Bioabfall
in kg/
EW Jahr
Grüngut in kg/ EW Jahr Summe in kg/ EW Jahr

zusätzlich mögliche
Bioabfall-Menge in t pro Jahr

zusätzlich mögliche Grüngut- Menge in t pro Jahr
Landkreis Schwandorf 0,6 44,9 45,5 -10.003 -6.731
Stadt München 29,3 23,1 52,4 -58.565 -98.568
Lkr. Berchtesga-dener Land 0 55,4 55,4 -7.241 -3.744
Landkreis Traunstein 0 78,7 78,7 -12.098 -2.229
Landkreis
Freising
47,5 37,7 85,2 -3.850 -9.223
Stadt
Nürnberg
37,0 49,4 86,3  -16.622  -21.256
Lkr. Fürsten-feldbruck 23,4 72,5 95,9 -9.855 -4.039
Stadt
Würzburg
70,6 36,6 107,2 0 -6.827
Stadt Augsburg 74,5 61,8 136,3 0 -8.440
Stadt Regensburg 0,8 147,5 148,3 -9.937 0
gute Beispiele:          
Stadt und Lkr. Hof, AZV Hof 102,9 248,5 351,4 0 0
Lkr. Bad Kissingen 84,0 188,6 272,6 0 0

Die Werte stammen aus der Zusammenstellung von Josef Metzger


Waltraud Galaske          Fürth, den 9.1.2015

Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz §11 sollen Bioabfälle ab 1.1.2015 getrennt gesammelt werden.

Doch in 16 bayerischen Kommunen wird die Getrenntsammlung von Küchenabfällen nicht angeboten. Dann finden wir den Biomüllanteil in beträchlichen Anteilen im Restmüll.
Gerade Kommunen mit großen Müllverbrennungskapazitäten verzichteten bisher auf die getrennte Biomüllsammlung, damit sie die Müllverbrennung auslasten können. Das ist unserer Meinung zu kurz gegriffen, denn Kompostierung und Bioabfallvergärung ist für unsere Umwelt viel besser!

Vergleich aus dem Jahr 2012 / Menge in kg pro Einwohner und Jahr

Kommune Bioabfall Grüngut Summe
Landkreis Tirschenreuth 0 27,3 27,3
Landkreis Schwandorf 0,8 42,6 43,4
Stadt München 30,9 24,7 55,6
Landkreis Altötting 0 72,1 72,1
Landkreis Fürstenfeldbruck 24,2 50,8 75,0
Stadt Nürnberg 38,2 56,1 94,3
Stadt Würzburg 74,2 33,4 107,6
Stadt Fürth 72,1 66,8 138,9
Landkreis München 83,1 59,9 143,0
Stadt Augsburg 82,0 68,9 150,9
Stadt Ingolstadt 106,0 45,5 151,5
Stadt Regensburg 0,3 163,2 163,5
Stadt Erlangen 116,6 64,9 181,5
Zweckverband Donau-Wald 114,8 87,8 202,6
Zweckverband ZAW-SR Straubing 90,6 152,4 243,0
Zweckverband AZV Hof 109,6 227,2 336,8

Im Vergleich läßt sich sehen, dass die Landkreise Tirschenreuth und Schwandorf den geringsten Anteil an Grüngut und Bioabfall und der Zweckverband AZV Hof den höchsten Anteil separiert.

Der Bundesdurchschitt bei getrennt erfassten Bioabfällen und Grüngut für das Jahr 2012 beträgt 113 kg pro Einwohner und Jahr. Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes siehe hier als pdf .
Oben in der Tabelle liegen die gelb markierten Kommunen unter dem Bundesdurchschnitt! 
Innerhalb der Tabelle sind die Werte unterschiedlich farblich hinterlegt. Bei der Bewertung der Zahlen beziehen wir uns auf die durchschnittlichen bayerischen Werte. Hier seht DAS BESSERE MÜLLKONZEPT dringenden Handlungsbedarf. 

Eine deutschlandweite Karte über die Nutzung von Biotonnen für das Jahr 2015 liegt inzwischen durch eine Untersuchung von u.e.c Berlin vor hier als pdf .

Die Karte über Biomüllerfassung aus der bayerischen Abfallbilanz mit dem Stand 2012 kann hier eingesehen (1,5 MB) werden. Dabei zeigen sich die "weißen Flecken" rund um die Müllverbrennungsanlagen  Schwandorf,  Burgkirchen und Coburg. Demnach sind 16 von 100 bayerischen Kommunen noch ohne Biomüll-Erfassung. 
Hier noch die Darstellung der bayerischen Karte mit den Müllverbrennungsanlagen zum Herunterladen (2,5 MB)
Diese Karten sind Bestandteil von "Hausmüll in Bayern 2012" der Link ist hier
Immer die neuesten Bilanzen zur Abfallwirtschaft in Bayern siehe auch unter: http://www.abfallbilanz.bayern.de/

Nach meinem derzeitigen Recherchestand wird es auch im Jahr 2015 weiterhin in Altötting, Regensburg und Schwandorf keine Biomülltonnen geben.
Eine Grüngut-Erfassung wird aber in allen bayerischen Kommunen angeboten.


 Waltraud Galaske          Fürth, den 4.1.2015

Besichtigung von Biomüllvergärungen in Bayern

Um die flächendeckende Erfassung und Umsetzung von Biomüll zu ermöglichen gibt es schon viele Verfahren.
Besonders umweltfreundlich erscheint uns die Vergärungstechnik, in der die Energie aus dem Biomüll genutzt werden kann und Komposterde entsteht.

Anbei die Berichte aus den folgenden Anlagen:

Unterallgäu in Erkheim als kontinuierliche Naßvergärung im Pulperverfahren als pdf

Augsburg auf dem Gelände der Müllverbrennung
als kontinuierliche Trockenfermentation im Pfropfenstromverfahren mit Einspeisung von Biogas ins Gasnetz als pdf

 

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